es ist nachmittags kurz vor um vier. mir drückt das hüftgelenk ..

.. und ich versuche, den schmerz zu ignorieren. es fällt mir schwer, denn das hirn meldet mir immer wieder nervenden alarm. also was mache ich dagegen? ich schreibe =) ich schreibe irgendetwas auf .. was interessant sein könnte. denn schreiben ist ablenkung und genau diese brauche ich jetzt!

wenn mir nichts einfällt, was sich lohnen könnte der welt mitzuteilen, dann fabriziere ich erst einmal small talk. kleine lebensweisheiten die jeder kennt (oder auch nicht) und nachvollziehbar sind. fast jedes gespräch in unserer gesellschaft beginnt mit small talk und wenn es nur ein einfaches „guten tag“ ist. die einen reden übers wetter mit der küchenfrau .. die anderen quatschen mit der putzfrau über den guten chef. und die gehässige allgemeinheit trallert über die blöde kuh aus büro XY und ihre fetten titten :D .. die männerwelt hingegen tauscht aus, was es am WE alles zu fressen und zu saufen gibt. roster, bier, breit, fertsch ;)

nachdem ich dann den small talk als einleitung abgefasst habe, nehme ich die gedanken auf, die mir das universum gerade so in den sinn stellt. heute sieht es nach ein wenig gesellschafts- und eigenkritik aus. denn es ist meisten so, dass aufkommender schmerz mit kritischem verhalten kompensiert werden kann. durch meine blutbahn rennt vermehrt adrenalin und meine einstellung ist leicht aggressiv und aufgeregt. ich muss irgendwie am rotieren bleiben .. denn wenn ich zur ruhe komme, komme ich nicht zur ruhe ;) und das mit dem adrenalin ist ja nicht mein erfindung, sondern die meines körpers.

wenn du schon mal böse hingefallen bist, dann weiß du, dass der schmerz nach spätestens einer minute erträglicher ist. viel sagen „da hatte ich mich an den schmerz gewöhnt.“ aber richtiger ist, dass die körpereigenen drogen das gehirn schön verarschen und dir einen riesen gefallen tun, sodass du dich zu hilfe schleppen kannst. im schlimmsten fall – sodass du nix am körper kaputt machst – fällst du in ohnmacht und liegst regungslos da. also .. solange du dich bewegen kannst und der schmerz aushaltbar ist, ist alles nur halb so schlimm. auch wenn du nach einem knochenbruch paar wochen krankgeschrieben wirst. am ende, wenn alles vorbei ist, kannst du dich nicht mehr an den schmerz erinnern. schmerz ist eine vergessliche angelegenheit und wenn dem nicht so wäre, würden wir alle kaputt gehen ;)

ein anderes thema hingegen ist der chronische schmerz .. oder besser .. das chronische schmerzsyndrom. bei dieser sache hast du anfangs wirklich echte schmerzen .. dauerhaft quälend und teilweise richtig schlimm. dieser schmerz entwickelt sich – über monate oder gar jahre – zu einem dauergedanken. dein hirn baut über elektroimpulse eine art hirngewebe auf. so merken wir uns übrigens alle etwas .. oder lernen so neue bewegungen, abläufe etc. ..

um so mehr hirngewebe an einer stelle aufgebaut wird, um so mehr wird die gelernte handlung festprogrammiert und jetzt kommt’s: AUTOMATISIERT.

ein beispiel .. wenn ich mit dem rad oder moped an der ampel stehe, versuche ich immer so lange wie möglich auf einem punkt zu stehen. mit dem moped ist es scheinbar unmöglich, zu stehen. aber mit dem rad kriege ich das schon eher mal hin. und das coole an der sache ist, ich brauche mir überhaupt keine mühe geben, um das gleichgewicht zu halten. mein körper, meine beine, meine arme zucken völlig autark! seit meinem 4ten lebensjahr kann ich fahrrad fahren (davor roller ;) ).. anfangs in die brennnesseln geflogen .. aufsteigen und bremsen erst nach dem fahren selbst gelernt .. aber so zeitg genug, dass mein hirn so einen automatismus für’s gleichgewicht aufbauen konnte, dass ich mich bewusst nicht mehr darum kümmern muss. ich könnte natürlich die bewegung abschalten .. aber was würde das bringen, außer absteigen oder einen sturz? ;)

und mit dem chronischen schmerz ist das genau so! der schmerz .. der echte .. der jahrelang da war, programmierte hirngewebe ins gehirn. wenn der schmerz dann irgend wann real weg ist .. ist er aber trotzdem noch da. obwohl die ursache schon lange vorbei ist.

automatismus und dauergedanke sind das problem.

mann muss das chronische schmerzempfinden wieder verlernen und das hirngewebe abbauen, dessen nervenbahnen blockieren .. oder an einer anderen stelle neues aufbauen, mit zb. neuen verhaltensmustern und/oder neuen gedanken, um vom schmerzdauergedanken loszukommen. das dauert eine weile und ist nicht ganz einfach .. aber es geht. man muss es nur wollen. der wille schlägt alles .. wirklich einfach alles, außer man ist, oder wurde, gebrochen. ein gebrochener wille ist die pure selbstaufgabe und man vegetiert FÜR ANDERE, und nicht mehr für sich selbst, einfach nur dahin. ende alliente ..

nun gut .. da wurde aus der anfänglichen gesellschaftskritik eine kleiner erfahrungsaufsatz und ich sitze jetzt ziemlich schmerzfrei hier am schreibtisch, weil ich mich ca. 1 stunde mit diesen zeilen ablenken konnte. ablenkung ist übrigens DAS „heilmittel“ .. okay .. eher linderungsmittel .. für schmerz =) =) =) da speche ich aus jahrelanger erfahrung und wenn ich nachhher aufstehe, humpele ich wieder .. aber egal ;) *alleswirdgut*

denn jetzt kommt ja noch das korrekturlesen und -schreiben .. und da vergeht auch noch so einige zeit .. bis hin zum posten, um sich auf etwas konzentrieren zu können, WAS EINEM GUT TUT!

ein schönes WE wünsche ich euch und hoffe, auf stabileres wetter =)

20150724

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