das gute am guten; ist das gute!

Vor zehn Jahren war ich Anfang dreißig und wurde für Ende zwanzig gehalten. Lag wohl auch daran mit, dass ich dreiundsechzig Kilo wog und mit einsvierundsiebzig immer noch durchschnittlich groß bin.

Die letzten zehn Jahre vergingen wie im Flug. Schnell. Zu schnell. Im Bewusstsein ein Klax. Genauer betrachtet eine Schulzeit, die mir damals wie eine Ewigkeit vorkam. Jede Schule kam mir wie eine Ewigkeit vor! Auch die Lehre in der DDR, und ein paar Jahre nach der Wende, die Umschulung zum Bürokaufmann. Man musste – hatte keine andere Wahl. Man wurde gezwungen etwas zu tun, was man eigentlich gar nicht will. Ich zumindest empfinde MÜSSEN immer als lästig. Obwohl Teile davon auch von Nutzen waren. Wie Rechnen und Schreiben. Oder …

Eigentlich habe ich mir das, was mich wirklich interessiert, selbst beigebracht. Wie zum Beispiel 3 gebrochene Rippen und ein angenackstes Schulterblatt, bei einem dämlichen Bremsversuch mit dem Moped. Mir fehlten 20 Jahre Praxis und dabei hatte ich vergessen, dass man auf Asphalt keine Speedway-Bremsung hinlegen kann (Hinterrad schräg stellen). Das Hinterrad blockierte und rutschte nicht, mangels weichem Untergrund. Egal! Heute.

Ich habe daraus erneut gelernt. Damals als Stüft hatte ich auch mehrmals die Straße, mit dem Krad statt dem Linieal, vermessen. Die Narben sind heute noch zu sehen.

Ich sitze seit meinem vierten Lebensjahr auf zwei Rädern. Ich wohne, so zu sagen, seit meiner Kindheit im Gleichgewicht. Nur hatte ich über 20 Jahre vergessen wo man besser aufpasst. Die Praxis fehlte und heute kann ich, die dritte Saison hintereinander, wieder auf über 5.000 Kilometer Fahrpraxis zurückblicken.

Kommen wir zurück zum Oder …

Das was wirklich wichtig fürs Leben ist, lernt man viel schneller, weil man es wirklich braucht! Der ganze Rotz mit Staatsbürgerkunde war völlig sinnlos vertane Zeit. Geklaut von der Stasi und dem SED-Regime.

Wer braucht heute noch den Flächeninhalt eines Kreises oder komplizierte Bruchrechnung? Nur wenige, und allen wurde es massiv penetriert! Diese Zeit hätte ich lieber in Freiheit verbracht. Draußen in der Natur, beim Spielen mit Freunden.

Wer ersetzt einem diese ungewollten Zwänge? Niemand! Denn der Sinn der ganzen zehnjährigen Übung war nur Eins: Gefügigkeit. Und das wenige Gute daran, war das Gute. Mehr nicht …

2 Gedanken zu “das gute am guten; ist das gute!

  1. Der Sinn der zehjähringen Übung ist danach zu entscheiden ob du Prolet werden willst oder den Flächeninhalt eines Kreises in der Praxis anwenden willst (als Ingenieur z.B.)

    Du siehst nur deinen engen Horizont – mit Gefügigkeit hat das nix zu tun.

  2. Nicht jeder 13-jährige Prolet weiß was er für den Rest seines Lebens sein will. Ich zum Beispiel, will alle paar Dekaden was anderes machen. Je nach dem, was mich gerade interessiert …

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