unsterblichkeit (vs. sterblichkeit)

Ich weiß nicht wies Euch geht, aber ich hatte nie ernsthaft im Sinn; unsterblich sein zu wollen. Als Kind hatte ich noch nicht mal das Bewusstsein, dass auch ich, irgendwann mal, früh morgens nicht mehr aufstehen werde, um all die Dinge zu tun, die ich so tun will – oder muss: wie kacken, Luft holen und manchmal eben auch kotzen.
Das Letztere nicht nur als reine körperliche Absonderung. Nein! Auch dieses – wesentlich schlimmere – Innere Abkotzen, entsorgt; über Frequenzen um die fünf Kilohertz; jenes Gelumpe, welches meine Seele übers eigene Verbalorgan, in meine unmittelbare Umwelt ausspeit, um dabei vollkommen vom geistigem K(r)ampf gelöst zu werden. Ein Orgastischer Massagegenuss des Hirns, ohne materielle Reibung am erigierten „Thalamus ventralis“ (Gefühls-Hinregion), der voller Genugtuung, in jedes Offene- oder Firewall lose Ohr, mein umgewandeltes Adrenalin ejakuliert, Punkt.
Die Übelkeit ist nach Entleerung des Mageninhalts sofort weg und genauso ist wieder schönes Wetter in meiner geliebten Birne, wenn ich diesen geistig genötigten Dünnschiss ins Universum zurückspucken kann. Danach dirigiere ich fröhlich in meinem Kopf die Blaskapelle weiter und bin glücklich & zufrieden; nach meinem nicht patentierten, psycho-hygienischen Reinigungsritual.
Als früher beide Opas von mir, ihre Runde hier auf der Erde geschafft hatten, waren sie zwar tot, also verbal und materiell nie mehr kontaktierbar, jedoch immer noch, zu mindest hin und wieder, in meinem Geist vor(der)hand(geseh)en! Sie haben die Erde vor Jahrzehnten verlassen und existieren trotzdem noch in meinem biochemischem Hightech-Speicher; was mein Gehirn ist. Sie sind demzufolge „dennetiv“ im Universum existent! Sie SIND in immaterieller Form, heute noch, sekündlich vorm geistigen Auge zu sehen. Als Gedanken und Erinnerungen. Aus purer Energie aus dem Antiversum.
Wenn doch jemand auf die wahnwitzige Idee kommen sollte unsterblich sein zu wollen, hat er sicherlich nicht in diesem Moment an die qualvollen Folgen ged8, die diesen Lebensgierigen, in eine Endlose Leere laufen lässt.
Wenn Du zum Beispiel einen neuen Ort aufsuchst, kommt Dir alles so betrachtenswert vor, unbekannt, geheimnisvoll und total interessant. Was ist mit den Orten die man kennt? Es langweilt ständig den gleichen Weg auf Arbeit zu latschen, weil man jeden Schritt nur noch mit dem Autopiloten absolviert, weil das Hirn Energie sparen will. Man nimmt seine bekannte Umwelt nur noch subjektiv & vage war.
Wenn ich manchmal mein Wohnzimmer objektiv betrachte, würde ich es doch gern mal so sehen, als wenn ich es nicht kenne. Beweisend für Realitätsverlust ist: Wenn ich mir zum zehnten mal die kleine Zehe an der selben Bettkante eingekloppt habe, weiß ich, dass ich meine Umwelt, die sich in meinen Frontallappen über Jahre manifestierte, quasi auch eingebrannt hat und ich leider nur noch sporadisch wirklich fühle, dass dieses Bett, beim rumträumen, gefährliche Verletzungen hervorrufen kann.
Ein Bett das ruft… hmmm!? Ah so! Jetzt hab ichs kapiert: Den kann man nicht sehen, und deshalb nur hören, weil er unterm Bett liegt! Ha=) Und nun kommt der Punkt wo Unsterblichkeit zum Unsegen wird: Umso länger Du lebst, umso mehr lernst Du (kennen), umso mehr nimmst Du weniger wahr und irgendwann, nach X-Trilliarden Jahren Leben, wird jede Sekunde zum Horror deines höllischem Daseins. Es ist, wenn man nichts mehr Neues entdecken oder lernen kann, langweilig und depressiv, da es nichts mehr Neues für Dich gibt und jeder verkackte Winkel Deines Universums inne wohnt, sodass die Probanden niemals die Ruhe finden werden, die Sie seit den letzten X-Millionen Jahren suchen. Also was machen sie? Stänkern vielleicht ein bisschen auf der Erde rum. Nur so, um die Langeweile zu vertreiben. Arschlöcher! Hätten die mal vor ihrem Lebenswahn nachgedacht, dass der normale Tot nä ganz coole Erfindung vom Universum ist und war. Dorftrottel. Hirnblind… ach scheiss drauf. Sind bestimmt Inzestbummeln gewesen – ach ne, die sind ja wieder zu dumm dafür. Ach ich weiß doch auch nicht. Es waren halt die schlausten von den Dummen. Basta.
In diesem Sinne; schöne Sonnenwiederkunftfeier (25ster/Weihnachten): Wir sind alle Kinder des Universums und aus dem kommt bekanntlich (2010) nichts raus oder rein. Keine Sorge! Nur der, der sich Unsterblich weiß, ist wirklich weiße. Denn alles dreht sich im Kreis und ist immer Dasselbe, aber nie das Gleiche. Außer man will unbedingt unsterblich sein. Gesegnet sei die natürliche Vergesslichkeit, die Erinnerung an die Dauerwiedergeburt wird zur unsterblichen Hölle. 201012120211 + 201012130027

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